Japanischer Garten Düsseldorf
Parks in Düsseldorf – der große Grün-Guide
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Parks in Düsseldorf – der große Grün-Guide

Vom Hofgarten bis zum Ökotop Heerdt: Geschichte, Lage und Besonderheiten von 32 Parks und Grünanlagen der Landeshauptstadt.

Hofgarten in Düsseldorf

Kaum eine deutsche Großstadt ist so grün wie Düsseldorf. Das liegt maßgeblich an einem Mann: Maximilian Friedrich Weyhe, der als städtischer Gartenbaudirektor ab 1804 über Jahrzehnte prägte, wie sich Düsseldorf begrünte – vom Hofgarten über den Spee'schen Graben bis zu den Schlossparks Benrath und Mickeln taucht sein Name in der Geschichte fast jeder historischen Anlage der Stadt auf. Bis heute ziehen sich seine Parks und die späterer Gartenarchitekten wie ein grünes Band durch die Stadt: Die sogenannte „grüne Achse" beginnt im Nordpark mit dem Japanischen Garten, führt über den Rheinpark und den Hofgarten bis zum Südpark und weiter zum Fleher Wäldchen. Dieser Guide ordnet 32 Parks und Grünanlagen Düsseldorfs nach Lage und Entstehungsgeschichte – von den historischen Kernparks der Innenstadt über die Rheinachse und die Schlossparks im Süden bis zu den jungen Parks auf ehemaligen Industrie- und Bahnflächen. Mehrere der hier vorgestellten Anlagen, darunter Nordpark, Ständehauspark und Golzheimer Friedhof, sind zudem als Stationen der landesweiten „Straße der Gartenkunst" in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet – ein zusätzlicher Beleg dafür, wie dicht historische Gartenkunst in Düsseldorf versammelt ist.

Die historischen Kernparks der Innenstadt

Der Hofgarten ist der älteste Teil des Düsseldorfer Grünsystems und gilt als erster öffentlich zugänglicher Volksgarten Deutschlands: 1769 ließ Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz die Anlage durch den Architekten Nicolas de Pigage anlegen – ausdrücklich zur Freude der Bevölkerung, nicht als abgeschlossener Schlossgarten. Heute erstreckt sich der Hofgarten über 27,7 Hektar in den Stadtteilen Stadtmitte und Pempelfort, davon 13 Hektar Wiesenflächen, und bildet bis heute das grüne Zentrum der Innenstadt.

Unweit davon liegt der Ständehauspark rund um den Kaiserteich. Auch diese Anlage geht auf Weyhe zurück, der das Gelände ab 1842 auf dem Areal der 1801 nach dem Frieden von Lunéville geschleiften Festungsanlagen gestaltete. Das namensgebende Ständehaus, ein Bau im Stil eines italienischen Renaissancepalastes, errichtete Julius Raschdorff 1880 als neuen Tagungsort, nachdem das alte Düsseldorfer Schloss 1872 abgebrannt war. Von 1949 bis 1988 tagte hier der Landtag Nordrhein-Westfalen, heute beherbergt das Gebäude als K21 die zeitgenössische Abteilung der Kunstsammlung NRW.

Kaiserteich am Ständehauspark in Düsseldorf
Der Kaiserteich im Ständehauspark: von Weyhe ab 1842 auf ehemaligem Festungsgelände angelegt.

Ebenfalls ein Relikt der geschleiften Stadtbefestigung ist der Spee'sche Graben in der Carlstadt. Das Gewässer entstand ab 1806 aus den ehemaligen Schutzgräben der Festung Düsseldorf und wurde in den 1830er-Jahren von Weyhe in seine heutige, parkartige Form gebracht. Namensgeber ist das nördlich angrenzende Palais Spee, das heutige Stadtmuseum Düsseldorf; bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gewässer sogar an die Reichsgrafen von Spee zur Fischerei verpachtet.

Spee'scher Graben in der Düsseldorfer Carlstadt
Spee'scher Graben in der Carlstadt: ehemaliger Festungsgraben, ab den 1830er-Jahren von Weyhe gestaltet.

Direkt an den Hofgarten grenzt der Malkastenpark, auch Jacobigarten genannt – ein kleiner, privater Park des 1848 von 112 Künstlern gegründeten Künstlervereins Malkasten, einem der ältesten Künstlervereine Deutschlands. Das rund 30.000 Quadratmeter große Jacobi-Gut erwarb der Verein 1861, unter anderem vertreten durch den Maler Andreas Achenbach. Bis heute stehen im Park historische wie zeitgenössische Skulpturen. Wenige Schritte weiter, direkt am Rhein in Pempelfort, liegt das Rheingärtchen: ein rund 5.000 Quadratmeter großer Ziergarten aus den Jahren 1927/28, entworfen von Gartendirektor Walter von Engelhardt und Stadtgartenarchitekt Johann Heinrich Küchler im Zuge der GeSoLei 1926, mit einem ovalen Wasserbecken und der Skulptur „Der Wasserträger" von Bernhard Sopher.

Die grüne Rheinachse: Nordpark, Japanischer Garten und die Rheinparks

Der Nordpark entstand 1937 innerhalb von nur achtzehn Monaten nach Plänen des damaligen städtischen Gartenamtsleiters Willi Tapp als Gelände der Ausstellung „Schaffendes Volk". Die Ausstellung diente dem NS-Regime als propagandistische Leistungsschau, entstanden ist mit dem Nordpark dennoch ein bis heute anerkanntes Beispiel der Gartenarchitektur der 1930er-Jahre: streng achsensymmetrisch angelegt, mit langen Sichtachsen und Querachsen und einer Gesamtfläche von 36,6 Hektar, seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz. Sein bekanntester Teil ist der Japanische Garten, den ein Zusammenschluss japanischer Unternehmen und der japanischen Gemeinde in Düsseldorf der Stadt 1975 als Geschenk übergab. Entworfen wurde er vom japanischen Gartenarchitekten Iwaki Ishiguro gemeinsam mit seinem Sohn Shojiro; bis heute reisen alle vier bis sechs Jahre japanische Gärtner an, um die Anlage fachgerecht zu pflegen, während das städtische Grünflächenamt die laufende Pflege übernimmt.

Japanischer Garten im Nordpark Düsseldorf
Der Japanische Garten im Nordpark: 1975 als Geschenk an die Stadt Düsseldorf übergeben.

Am rechten Rheinufer schließt sich der Rheinpark Golzheim an, ursprünglich 1906 als Kaiser-Wilhelm-Park von Walter von Engelhardt angelegt und in den 1920er-Jahren im Zuge der GeSoLei 1926 zum Volkspark weiterentwickelt. Er zieht sich über etwa 1,5 Kilometer von Pempelfort bis weit nach Golzheim, mit einer Promenade entlang einer kunstvollen Natursteinmauer und dem alten Baumbestand der Cecilienallee. Linksrheinisch liegt der Rheinpark Bilk, der 1986 auf dem Gelände des stillgelegten Berger Hafens entstand, dessen Becken zugeschüttet wurden. Rundherum siedelten sich der Landtag Nordrhein-Westfalen, der Rheinturm und die WDR-Studios an; eine rund 50 Meter breite, landschaftlich gestaltete Brücke verbindet den Park bis heute kunstvoll mit dem angrenzenden Stadttor, und ein historischer Hafenkran von 1894 erinnert an die frühere Nutzung als Rheinhafen. Kleiner, aber mit direktem Blick auf die Rheinauen, ist der 1961 angelegte, rund 2,5 Hektar große Rheinpark Heerdt mit seinen Wiesenflächen und Solitärgehölzen.

Südwestachse: Südpark, Volksgarten, Zoopark, Ostpark, Florapark und Botanischer Garten

Der Südpark ist mit 70 Hektar einer der größten Parks der Stadt und ein direktes Erbe der Bundesgartenschau 1987: Auf einer ehemaligen Brachfläche mit Kiesgrube und Schrottplätzen entstand rund um den bereits bestehenden 27 Hektar großen Volksgarten ein neuer, dreiteiliger Landschaftspark aus „Volksgarten", „In den Gärten" und „Vor dem Deich". Seit dem Ende der BUGA 1987 ist der Eintritt kostenlos – getreu dem damaligen Motto „Der Garten für uns alle". Der Volksgarten selbst wurde bereits 1893 eröffnet, zeitgleich mit Ostpark, Florapark und dem früheren Düsseldorfer Zoo; das Gastronomiegebäude im Park entstand nach einem 1895 ausgelobten Architekturwettbewerb, den der Düsseldorfer Architekt Peter Paul Fuchs gewann.

Volksgarten in Düsseldorf
Der Volksgarten, eröffnet 1893, bildet heute den nordwestlichen Teil des Südparks.

Der Zoopark in Düsseltal erinnert an den ehemaligen Düsseldorfer Zoo, der von 1876 bis 1943 an dieser Stelle bestand und im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wurde. 1951 wandelte der Gartenarchitekt Ulrich Wolf das 13,06 Hektar große Gelände in eine öffentliche Parkanlage um; alte Bäume, Reste einer Treppenanlage am Teichufer und Mauerreste des ehemaligen Gemsbergs erinnern noch heute an die frühere Nutzung, ebenso wie der bis heute gebräuchliche Name „Zooviertel" für den umliegenden Stadtteil. Der Ostpark in Grafenberg entstand 1898/99 nach Plänen des städtischen Gartenbaumeisters Heinrich Friedrich Adolf Hillebrecht – seinem letzten großen Werk – auf 8,13 Hektar mitten in damaligem Weideland, ganz im Sinne der Gartenstadt-Idee; er steht heute unter Denkmalschutz.

Der kleine, aber feine Florapark in Unterbilk geht auf eine private Initiative zurück: 1875 von Gartendirektor Heinrich Grube entworfen, zunächst über eine Aktiengesellschaft mit Eintrittsgeldern finanziert, kaufte die Stadt Düsseldorf den rund drei Hektar großen Park erst 1902. Bis heute prägen ein kleiner Teich, aufwendige Rosenbeete und ein historisches Palmenhaus die Anlage. Der Botanische Garten Düsseldorf wiederum ist deutlich jünger: Er wurde 1973 gegründet, von 1974 bis 1979 als Einrichtung der Heinrich-Heine-Universität aufgebaut und umfasst acht Hektar Freiland mit rund 6.000 Pflanzenarten. Wahrzeichen ist ein 18 Meter hoher, filigraner Kuppelbau, in dem Pflanzen aus den Kanaren, Chile, Australien, Neuseeland und Asien unter mediterranem Klima gedeihen.

Die Schlossparks im Düsseldorfer Süden: Benrath, Eller, Garath und Mickeln

Größtes und bekanntestes Beispiel ist der Schlosspark Benrath: Das älteste erhaltene Gartenelement, das Parterre, entwarf im 17. Jahrhundert der Baumeister Johannes (Giovanni) Lollio, genannt Sadeler. Das heutige Schloss ließ Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz zwischen 1755 und 1773 unter der Leitung von Nicolas de Pigage errichten. Den westlich gelegenen, ehemals privaten Kurfürstengarten gestalteten die Gartenkünstler Maximilian Friedrich Weyhe und Peter Joseph Lenné zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem englischen Landschaftsgarten um. Heute steht der über 61 Hektar große Park unter Schutz, rund 45 Hektar davon sind zugleich Naturschutzgebiet.

Schlosspark Benrath in Düsseldorf
Schlosspark Benrath: Kurfürstengarten von Weyhe und Lenné, Parterre bereits aus dem 17. Jahrhundert.

Der Schlosspark Eller reicht in seiner Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurück, als eine mittelalterliche Wasserburg an dieser Stelle entstand. Prinzessin Luise lebte von 1855 bis zu ihrem Tod dauerhaft auf Schloss Eller, bevor die Anlage 1883 an den Unternehmer Friedrich Vohwinkel verkauft wurde. Unter ihm und seinem Schwiegersohn entstand Anfang des 20. Jahrhunderts der heutige Waldpark mit geschwungenen Wegen, Wiesenflächen und einem neuen Teichsystem. 1938 erwarb die Stadt Düsseldorf das gesamte Anwesen, seit 1950 ist der Park öffentlich zugänglich.

Auch Schloss und Schlosspark Garath reichen weit zurück: Erstmals urkundlich erwähnt Ende des 13. Jahrhunderts, wird vermutet, dass hier bereits im 9. Jahrhundert ein Rittersitz bestand. Den Park entwarf im 18. Jahrhundert erneut Nicolas de Pigage, der auch für Schloss Benrath verantwortlich zeichnete. Das heutige Herrenhaus ließ Landwirt Paul Poensgen 1891 errichten; nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten zunächst britische Truppen, später die Bundespost das Anwesen. Erst 1978 konnte die Stadt Düsseldorf Schloss und Park erwerben und der Öffentlichkeit zugänglich machen, seit 1983 stehen beide unter Denkmalschutz.

Der Schlosspark Mickeln in Himmelgeist – einem Stadtteil, der urkundlich bereits 904 erwähnt wird und damit älter als Düsseldorf selbst ist – umgibt das nach einem Brand des Vorgängerbaus 1839 bis 1842 im spätklassizistischen Stil neu errichtete Schloss Mickeln. Den weitläufigen Landschaftspark plante ab 1843 erneut Maximilian Friedrich Weyhe, als eines seiner letzten Projekte, mit einer markanten Lindenallee und heute als Naturdenkmal geschützten Libanonzedern. Das Schloss gehört inzwischen der Heinrich-Heine-Universität und dient als Gästehaus.

Herrensitze abseits der Route: Lantz'scher Park und Elbroichpark

Der Lantz'sche Park im Stadtteil Lohausen geht auf einen Rittersitz der Herren von Calcum zurück, der bereits 1235 erstmals urkundlich erwähnt wird. 1804 kaufte der Düsseldorfer Kolonialkaufmann Heinrich Balthasar Lantz das Anwesen und ließ 1805/06 ein klassizistisches Herrenhaus errichten; den rund 14,5 Hektar großen englischen Landschaftsgarten gestaltete der Landschaftsarchitekt Joseph Clemens Weyhe. Nach schweren Kriegsschäden verkaufte die letzte Erbin, Benedikta Dyckman, den Park 1972 an die Stadt Düsseldorf – unter der Auflage, ihn für 100 Jahre zu pflegen und öffentlich zugänglich zu halten. Seit 1978 ist der Park für alle geöffnet, in der ehemaligen Grabkapelle finden bis heute Gottesdienste statt.

Der Elbroichpark in Holthausen zählt zu den kleineren, mit rund 14 Hektar, aber wegen seines artenreichen alten Baumbestands zu den schönsten Parks der Stadt. Die Geschichte des zugehörigen Schlosses Elbroich lässt sich bis 1189 zurückverfolgen, als es im Besitz der Grafen von Berg war; seine sanfte Hügel- und Muldenlandschaft folgt dem historischen Verlauf der Itter, die von Benrath über Holthausen bis zur Wasserburg im Park fließt; über Jahrhunderte wechselten die Eigentümer mehrfach, bis das Anwesen Ende des 19. Jahrhunderts über Alice Trinkhaus in den Besitz von Hermann Heye gelangte, dem Sohn des Gründers der Gerresheimer Glashütte. 1954 schenkten die Erben Heyes Schloss und Park der Caritas. Nach neuen Eigentümern wurde Schloss Elbroich 2021 an private Investoren verkauft. Heute finden Sie dort Büros und Therapie-Praxen.

Elbroichpark mit Schloss Elbroich in Düsseldorf
Elbroichpark in Holthausen: kleiner Park mit besonders artenreichem, altem Baumbestand.

Historische Friedhofsparks: Golzheimer Friedhof und Alter Bilker Friedhof

Zwei weitere Grünanlagen der Stadt waren ursprünglich gar nicht als Parks gedacht, sondern als Friedhöfe. Der Golzheimer Friedhof war der erste kommunale Friedhof Düsseldorfs: Er öffnete 1805, um den überfüllten und aus hygienischen Gründen geschlossenen Friedhof rund um die Lambertuskirche in der Altstadt zu ersetzen, und lag damals noch rund zwei Kilometer außerhalb der Stadtgrenzen nahe dem Dorf Golzheim. Bis 1875 wurde er viermal erweitert, 1884 für Neubelegungen geschlossen – Bestattungen in bestehenden Familiengräbern waren aber noch bis 1897 möglich. Die Gestaltung der Anlage geht auf Maximilian Friedrich Weyhe zurück; seit 1982 steht der Friedhof unter Denkmalschutz und bewahrt bis heute mehr als 350 historische Grabsteine bedeutender Düsseldorfer Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts.

Ganz ähnlich verlief die Geschichte des Alten Bilker Friedhofs, der ebenfalls 1805 eröffnet und teilweise von Weyhe mitgestaltet wurde. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs er auf 27 Hektar an, wurde jedoch bereits 1904 durch den neu angelegten Südfriedhof abgelöst und für Neubestattungen geschlossen; ein Teil der Grabsteine wurde damals auf den Südfriedhof umgesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage schwer durch Bomben beschädigt. Heute erinnert eine kleine Gedenkstätte mit den Grabsteinen von zwölf bekannten Bilker Bürgern an die Friedhofsgeschichte; der Name „Sternwartpark" geht auf die benachbarte Düsseldorfer Sternwarte zurück, die 1943 bei einem Luftangriff zerstört wurde. Als weitläufiger Park mit Spielflächen und Wiesen ist das Gelände heute vor allem ein Naherholungsort für den Stadtteil Bilk.

Neue Parks auf altem Industrie- und Bahngelände

Mehrere der jüngeren Düsseldorfer Parks entstanden auf ehemaligen Bahn- und Industrieflächen. Der Belsenpark in Oberkassel liegt auf dem Gelände des 1972 aufgegebenen Güterbahnhofs Oberkassel, das sich über Jahrzehnte zu einem wilden Ökotop mit blauflügeligen Sandschrecken und Fledermäusen entwickelte, bevor ab März 2016 die heutige, rund 20.400 Quadratmeter große Parkanlage entstand; sie wurde 2017 der Öffentlichkeit übergeben. Der Stadt-Natur-Park Flingern liegt auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Grafenberg, das von 1873 bis 1929 zunächst von der AG Lokomotivbau Hohenzollern und danach bis 2004 für den Bahnbetrieb genutzt wurde. Die Stadt erwarb die Fläche 2010 von der Deutschen Bahn, ab 2016 entstand der heutige Park, in den Relikte wie Schienen, Prellböcke und Signalmasten bewusst als Gestaltungselemente integriert wurden.

Im Stadtteil Gerresheim bildet der Düsselpark das grüne Zentrum des neuen Glasmacherviertels: Auf dem rund 20 Hektar großen ehemaligen Gelände der 2005 geschlossenen Gerresheimer Glashütte entsteht seit 2012 ein Wohnquartier mit etwa 1.700 Wohnungen, dessen Herzstück der rund 70.000 Quadratmeter große Düsselpark mit der renaturierten Düssel sowie den denkmalgeschützten Gebäuden Elektrozentrale und Kesselhaus ist. Auf dem früheren Gelände des Güterbahnhofs Derendorf, der über ein Jahrhundert lang die Stadtteile Pempelfort und Düsseltal trennte, entstand 2012 der etwa vier Hektar große Maurice-Ravel-Park als Teil des „2. Grünen Rings". Er gliedert sich in „Garten der Ruhe", „Garten der Bewegung" und „Garten der Sukzession" – Letzterer erinnert mit einem Mahnmal an die Deportation von mehr als 6.000 jüdischen Menschen aus Düsseldorf während des Zweiten Weltkriegs.

Der Stadtwerkepark in Flingern wurde 2005 auf dem Gelände eines 1891 errichteten Kraftwerks der Stadtwerke Düsseldorf eröffnet; erhalten blieben der wertvolle alte Baumbestand und das frühere Pförtnerhaus. Der IHZ-Park schließlich entstand zwischen 1997 und 2006 auf einem bis in die 1970er-Jahre industriell geprägten Areal östlich des Hauptbahnhofs, als Teil des Internationalen Handelszentrums; er bildet heute einen grünen Korridor Richtung Flingern und Oberbilk und ist geprägt von einem 6.200 Quadratmeter großen künstlichen See.

Parks als Freizeit- und Naherholungsraum

Über die reine Gartengeschichte hinaus prägen die Düsseldorfer Parks auch den Alltag der Stadt: Die Rheinparks von Golzheim über Bilk bis Heerdt sind über die Rheinuferpromenade und begleitende Rad- und Fußwege direkt miteinander verbunden und bei Joggerinnen, Radfahrern und Spaziergängern gleichermaßen beliebt. Große Wiesenflächen wie im Südpark, Nordpark oder Schlosspark Benrath eignen sich für Picknicks, Ballspiele oder ausgedehnte Spaziergänge mit Hund, während kompaktere Anlagen wie Rheingärtchen, Florapark oder Spee'scher Graben eher zum kurzen Verweilen zwischen zwei Terminen in der Innenstadt einladen. Gerade die jüngeren Parks auf ehemaligem Bahn- und Industriegelände wie Belsenpark, Stadt-Natur-Park Flingern oder Maurice-Ravel-Park wurden zudem gezielt mit Spiel- und Sportflächen für die umliegenden, dicht bebauten Wohnquartiere geplant.

Bürgerinitiativen als Parkgründer: Ökotop Heerdt und Bürgerpark

Nicht jeder Düsseldorfer Park geht auf Fürsten, Gartendirektoren oder Bundesgartenschauen zurück – manche entstanden aus bürgerschaftlichem Engagement. Das Ökotop Heerdt entwickelte sich aus einer 1972 gegründeten Nachbarschaftsgruppe, die zunächst eine alte Müllhalde in einen Modellspielplatz verwandelte. Aus dieser Initiative wuchs ein eingetragener Verein, der seit 1986 ein ganzheitliches ökologisches und soziales Wohnprojekt betreibt: eine ökologische Siedlung samt öffentlicher Grünanlage mit Lehrpfad und rund sechzig kreisförmig angelegten Biogärten. Aus derselben bürgerschaftlichen Bewegung rund um den Bürgerverein Heerdt ging auch der benachbarte Bürgerpark hervor, der gemeinsam mit dem Freizeitpark Heerdt aus ehemaligem Brachland entstand und bis heute als Naherholungsfläche für den Stadtteil dient.

Häufige Fragen

Welcher Park in Düsseldorf ist der älteste?

Der Hofgarten gilt als ältester Teil des Düsseldorfer Grünsystems: 1769 von Nicolas de Pigage im Auftrag des Kurfürsten angelegt, war er der erste öffentlich zugängliche Volksgarten Deutschlands.

Gibt es in Düsseldorf einen japanischen Garten?

Ja, im Nordpark: Der Japanische Garten wurde 1975 von der japanischen Wirtschaft und Gemeinde in Düsseldorf der Stadt geschenkt und wird bis heute regelmäßig von japanischen Fachgärtnern gepflegt.

Welche Parks eignen sich besonders für einen Ausflug mit der ganzen Familie?

Größere Anlagen mit viel Wiesenfläche wie Südpark, Nordpark oder Schlosspark Benrath bieten sich für lange Spaziergänge an; kleinere, verspielte Parks wie der Elbroichpark oder der Ostpark eignen sich gut für kürzere Ausflüge mit Kindern.

Welche Parks entstanden auf ehemaligem Bahn- oder Industriegelände?

Belsenpark, Stadt-Natur-Park Flingern, Düsselpark im Glasmacherviertel, Maurice-Ravel-Park, Stadtwerkepark und IHZ-Park liegen alle auf früheren Bahn- oder Industrieflächen, die seit den 1990er- und 2000er-Jahren zu Grünanlagen umgestaltet wurden.

Welche Parks eignen sich für einen Spaziergang direkt am Rhein?

Rheinpark Golzheim, Rheinpark Bilk und Rheinpark Heerdt liegen alle unmittelbar am Rheinufer und sind über die Rheinuferpromenade sowie begleitende Rad- und Fußwege miteinander verbunden.

Welche Düsseldorfer Parks gehören zur „Straße der Gartenkunst" in NRW?

Nordpark, Ständehauspark und Golzheimer Friedhof zählen zu den Düsseldorfer Stationen der landesweiten Route, die bedeutende historische Gartenanlagen in Nordrhein-Westfalen miteinander verbindet.

Fazit

Düsseldorfs Parklandschaft erzählt zugleich Stadtgeschichte: von kurfürstlichen Gärten über Bundesgartenschauen, Friedhofsparks und Nachkriegs-Zoos bis zu Bürgerinitiativen auf ehemaligen Bahngeländen. Ein roter Faden zieht sich dabei durch fast alle historischen Anlagen: der Name Maximilian Friedrich Weyhe, dessen Handschrift sich vom Hofgarten über den Spee'schen Graben bis zum Schlosspark Mickeln nachverfolgen lässt. Wer alle 32 vorgestellten Anlagen einmal besucht hat, kennt Düsseldorf von einer besonders grünen Seite – von der historischen Innenstadt bis in die Stadtteile am Rand.

Angaben zu Geschichte, Fläche und Entstehungsjahr der Parks basieren auf Recherchen u. a. auf Basis von Wikipedia, duesseldorf.de/stadtgruen sowie weiteren stadthistorischen Quellen, Stand Sommer 2026.

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